Liebe ist das Gegenteil von Geschäft

Im Kontext der totalen Käuflichkeit im Sinne von „kaufe Dich glücklich“, erlebt die Liebe eine tief gehende Krise.

Dafür gibt es zwei einfache Erklärungen:

1) Der Akt des Kaufes widerspricht dem Akt der Liebe insofern, als damit ein Geschäft verbunden, ein Tausch damit verknüpft ist. Doch Liebe bedeutet zu Geben, ohne jedes Erhalten. Liebe bedeutet zu wollen, ohne zu bekommen. Liebe bedeutet zu vertrauen, ohne zu wissen oder gar zu prüfen. Liebe bedeutet Hingabe, ohne Gegenleistung. Es kommt ganz selbstverständlich von Herzen.

2) Der Weg in die Liebe widerspricht der schnellen Befriedigung von Lust und Gier, wie es bei einem Kaufprozess, bei einem Geschäft durchaus üblich und gewünscht ist. Liebe ist ein Gefühl von wohliger Wärme, eine Kerze mit kleiner Flamme, die dauerhaft brennt. Die Anziehung, die Attraktivität eines Menschen, wie die eines Produktes, ist dem nicht grundsätzlich zuwider. Doch der rasche, blinde und gierige „Kauf“ ist der Liebe zuwider.

Liebe braucht Geduld, Disziplin und Aufmerksamkeit (vgl. Erich Fromm) und bedingt einzig Ehrlichkeit. Es ist eher das Gegenteil von Selbstvermarktung, schnellen und unkomplizierten Kaufverhalten mit Umtauschgarantie oder gar der Vorstellung, jede Leistung bedingt eine entsprechende Gegen-Leistung oder Befriedigung und Bestätigung der jeweils eigenen Eitelkeit.


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